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Manga Skript Fragen |
Noriko Amandola

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Hmm, das ist an sich ein recht komplexes Thema. Jeder Verlag hat unterschiedliche Vorgaben und Vorstellungen, von daher ist vorheriges Informationen sammeln (am besten direkt auf den Seiten der Verlage oder in deren Foren) und vergleichen auf jeden Fall wichtig.
Als Beispiel: Comicstars wünscht sowohl eine kurze Zusammenfassung der Geschichte als auch eine "ausführliche Projektvorstellung für einen Band à 6 Kapitel mit je ca. 30 Seiten", interessiert sich also für Detailinfos. Der Comic Culture Verlag möchte hingegen lediglich ein "kurzes Konzept und Inhaltsangabe" von ca. einer DIN A4 Seite.
Das heißt es gibt keine allgemein gültigen Werte die man immer verwenden kann. Wenn man sich bewerben möchte sollte statt dessen die Form und auch der Inhalt der Mappe genau auf den jeweiligen Verlag abgestimmt sein. Das zeigt dem Verlag auch, dass man sich gut vorbereitet hat.
Wenn nur ungenaue Angaben von Verlagsseite vorhanden sind, würde ich persönlich empfehlen die gesamte Zusammenfassung für den Anfang auf einer, höchstens zwei A4 Seiten unterzubringen. Das wären bei Schriftgröße 10 (kleiner sollte man meiner Meinung nach nicht werden) ca. 900 Wörter.
Die Verlage bekommen viele, viele Bewerbungen, die Zeit ein 20-Seiten-Zusammenfassung durchzulesen hat da keiner. Wichtig ist erstmal Interesse zu wecken, wenn die kurze Zusammenfassung eines Bewerbers interessant klingt, dann können die Details prinzipiell ja auch immer noch im Anschluss geklärt werden. Hauptsache (und zugleich der schwierigste Teil) ist überhaupt erstmal in der Masse aufzufallen. Das würde ich auch bei den Verlagen im Hinterkopf behalten die etwas ausführlichere Infos (aber ohne konkrete Seiten oder Zeichenvorgabe) wünschen.
Ich hab bereits vor längerer Zeit eine Sammlung mit den wichtigsten Infos direkt von den Verlagen über Bewerbungen angelegt, die ich auch immer mal wieder ergänze. Wenn du bei Animexx angemeldet bist kannst du diese hier im Zirkel auf der Tafel finden. Falls nicht gibt es auch eine öffentliche Version davon auf Mangaka.de. Allerdings ist letzteres eine gekürzte Form (aufgrund der Zeichenbegrenzung im Forum), die Sammlung auf Animexx ist umfangreicher.
Eigene Recherche ersetzt dies zwar nicht komplett, aber das Ganze kann dir ggf. dabei helfen einen Überblick zu bekommen was die unterschiedlichen Verlage so allgemein möchten.
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Soviel zur Theorie. In der Praxis gibt es allerdings auch noch ein paar weitere Dinge zu beachten.
Als Neuling mit einer Fortsetzungsgeschichte mit mehreren Bänden beim Verlag landen zu wollen ist in vielen Fällen leider eine relativ schlechte Voraussetzung. Das heißt nicht, dass es prinzipiell nicht ginge, aber viele der Verlage sind vorsichtig, wollen meist erst mal den Zeichner antesten und ihm daher nicht gleich eine Serie zutrauen.
In vielen Fällen werden vielversprechenden neuen Zeichnern daher erstmal nur Kurzgeschichten (wenn der Verlag Anthologien hat) oder Einzelbände angeboten. Erst wer sich dort bewiesen hat, bekommt in der Regel die Chance auf eine Serie. Wenn überhaupt. Ausnahmen gibt es natürlich immer, aber die ist halt nichts auf das man sich verlassen kann.
Wichtig wäre aber auch: Sammelst du im Moment nur einfach Infos für später oder willst du dich jetzt bewerben?
Wenn du dich wirklich jetzt schon bewerben möchtest, will ich dich nicht grundsätzlich davon abhalten und bin auch kein Hellsehe denke aber, dass das (gemessen an der momentanen Situation auf dem Markt der deutschen Mangazeichner und den Erfahrungen die ich gemacht habe) aller Wahrscheinlichkeit nach eine Absage geben wird.
Wäre halt die Frage, ob du die Energie dann trotzdem in eine Bewerbung stecken möchtest.
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Kappa Maki Anthologie beim Schwarzen Turm
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25.07.2010 18:32 |
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Neolee
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och, absagen sind ja nichts neues, denke jeder der sich mal bei verlagen bewirbt wird mindestens 10 absagen sein eigen nennen.
bin momentan auch alle möglichen verlags adressen am sammeln, comicstars scheint gerade für anfänger geeiignet zu sein weil die die mangas erstmal online rausbringen, und fireangels verlag hingegen hat zig strenge richtlinien für mangas.
naja aber der entschluss stet fest, in nächster zeit werden die bewerbungen auf jedenfall abgeschickt, damit man den verlagen zeigen kann: hey kuckt her hier bin ich, gebt doch mal mehr shonen mangas ne chance"^^
__________________ Kein Weg als Weg, keine Grenze als Grenze.*~Bruce Lee
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25.07.2010 19:41 |
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Noriko Amandola

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Naja, Fireangels wird eh nichts für dich sein, würd ich mal sagen. XD Die sind auf den Erotikbereich spezialisiert und da insbesondere auf Yaoi und Yuri. Sowas meinte ich z.B. damit, dass man die Bewerbungen auch inhaltlich anpassen muss, weil nicht jeder Verlag das gleiche Programm hat. Wenn man das vorher weiß kann man verhindern evtl. Zeit an einen zu verschwendet zu dem man eh nicht passt.
Shonen ist allgemein gesehen leider noch ne schwierige Sache was die deutschen Zeichner angeht. In der Vergangenheit lief das Segment von den Verlaufszahlen her wohl nicht so gut wie die Verlage es sich wünschten. Daher sind viele da offensichtlich zurückhaltender als z.B. bei Shojo. Was jetzt aber auch nicht heißt, dass es da wirklich einfach wäre einzusteigen.
Es ist nicht so, dass es keine fähigen Shonenzeichner in Deutschland gäbe. Im Gegenteil, einige sind unglaublich gut. Aber sie passen bei viele Verlagen offenbar nicht ins Konzept und werden daher bei diesen nicht veröffentlicht.
Wegen den Absagen: Ich weiß das wird jetzt vielleicht hart klingen, aber zeichnerisch bist du auf jeden Fall noch nicht so weit da wirklich realistische Chancen zu haben. Zumindest nicht bei den größeren Verlagen. Selbst für richtig gute Leute ist es nicht so leicht an Verträge heranzukommen weil man auch immer in den Markt passen muss. :/
Was genau versprichst du dir für dich für einen Vorteil von den Bewerbungen, wenn du tatsächlich dann Absagen bekommst? Falls das missverständlich rüberkommen sollte: Die Frage ist nicht sarkastisch sondern ernst gemeint. Mich interessiert was du denkst, was es dir bringen würde dich bereits jetzt zu bewerben. Mal abgesehen davon, dass man sagen kann "Ich hab mich zumindest schon mal beworben."
Du wirst bei den meisten Verlagen wahrscheinlich einige Monate warten, dann eine Standard-Absagen bekommen die dich ggf. nicht groß weiterbringt und das war's. Wenn du Glück hast nehmen sich ein oder zwei der Verlage deinen Sachen etwas genauer an und schreiben begründete Kritik zurück. Aber wirklich nur wenn du Glück hast, denn wie gesagt sind die Bewerberzahlen hoch und die Zeit pro Bewerber demnach knapp. Zumindest was die schriftlichen Bewerbungen angeht.
Ein bisschen anders könnte es aussehen wenn du direkt zu Mappensichtungen gehst. Da haben die Redakteure zwar auch nicht viel Zeit pro Person, aber dort ist die Wahrscheinlichkeit genauere Rückmeldungen zu bekommen höher als per Post.
Aber auch wenn du ein paar genauere Antworten zurück bekommst, wird dir dann wahrscheinlich gesagt werden, dass du noch nicht so weit bist. Und am Ende wird dir , mit oder ohne verschickte Bewerbungen, nur das fleißige Weiterüben übrig bleiben.
Wie gesagt, du musst selbst entscheiden was du machst. Ich bin kein Hellseher, ich kann nicht ganz genau und mit absoluter Sicherheit sagen was passieren wird. Ich kann dir aber schildern was meinen Erfahrungen und Informationen nach wahrscheinlich ist. Wenn, dann würde ich dir Mappensichtungen empfehlen weil du da noch am ehesten was lernst.
Ich persönlich würde die Zeit die man investieren muss um für jeden Verlag eine passende Bewerbung mit passendem Geschichtskonzept zusammenstellen aber eher für mich nutzen und in mehr Übung stecken. Um mich dann zu bewerben, wenn ich wirklich das Level habe bei dem ich weiß, dass ich den Verlag auch überzeugen kann. Aber wie gesagt, das ist meine Meinung. ^^
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Kappa Maki Anthologie beim Schwarzen Turm
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25.07.2010 20:46 |
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Neolee
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och ich denke ich werd mich zu nächst mal bei den kleineren verlagen bewerben, vielleicht gibts ja etwas feedback von denen.
mappen sichtungen werden überbewertet, meistens sieht sich dann nur ein mitarbeiter des verlags der nicht gerade das grosse sagen dort hat, die zeichnungen rasch durch, traut sich nicht richtig kritik fähig zu sein und bringt dann nur sätze wie "du beherschst viele verschiedene stile mach weiter so" zu stande.
das du findest das ich noch nicht soweit bin, damit kann ich leben, ich weiss für mich selber das ich starke fortschritte im bezug zur vergangenheit gemacht habe, klar jemand der auf einer kunstschule ist oder grafik design oder mediengestaltung studiert hat gewisse vorteile, aber wenn man sich immer nur zurückhält und sich von den grossen unterkriegen lässt wirds nie etwas mit einem mangaprojekt bei einem verlag
naja okay fireangels fällt dann wohl bei der mangabewerbung raus muahaha
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25.07.2010 21:52 |
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Noriko Amandola

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Bei Carlsen, EMA und Tokyopop saßen bei den Mappensichtungen bei denen ich dabei war auf jeden Fall Redakteure, sonst stünde man sich da ja auch umsonst stundenlang die Beine in den Bauch. Wie das bei den kleineren Verlagen ist kann ich nur für den Schwarzen Turm beantworten, da finden die Gespräche entweder mit den Herausgebern oder mit dem Verlagschef statt, also auf jeden Fall mit Leuten die "was zu sagen haben". Wie das bei anderen kleineren Verlagen ist weiß ich nicht im Detail, aber auch da macht das Angebot von Mappensichtungen ja eigentlich nur Sinn, wenn das auch jemand macht der Bescheid weiß.
Klar, super detaillierte Kritik und richtige Analysen bekommt man bei einer Mappensichtung nicht. Dazu reicht wie gesagt meist schon alleine die Zeit nicht. Aber da was nützliches mitzubekommen ist auf alle Fälle noch wahrscheinlicher als bei schriftlichen Bewerbungen.
Bei welchem Verlag hast du denn die Erfahrung gemacht, dass da Leute Mappensichtungen abhalten die keine Ahnung haben oder nichts sagen können? o_o
Dass du dich im Vergleich zu früher verbessert hast mag ja gut sein, dagegen sag ich auch gar nichts. ^^ Aber "sich verbessern" und tatsächlich ein Level haben was für professionelle Veröffentlichungen reicht, ist halt doch noch ein Unterschied. Insbesondere da zumindest die zeichnerischen Anforderungen der Verlage gestiegen sind und auch wohl weiterhin steigen werden.
Ich denk übrigens nicht, dass jemand der Grafiker oder Mediengestalter ist auf Ebene des Mangazeichnens zwangsläufig große Vorteile gegenüber Leuten hat, die einen Beruf in einem nicht-gestalterischen Berufsfeld erlernt haben.
Man lernt sicherlich hier und da ein paar interessante Dinge dazu die man später gebrauchen kann, aber ich würde behaupten wer im Studium ein guter Zeichner wurde, wäre es auch ohne Studium geworden. Im Studium bekommt man zwar einige neue Lernansätze vermittelt und man erfährt andere Herangehensweisen zum lösen kreativer Probleme. Aber das Zeichnen an sich muss man immer noch selbst üben.
Es gibt nicht wenige Verlagszeichnern, die ein Studium oder eine Ausbildung in einem Bereich absolviert haben der wirklich gar nichts mit Comics zu tun hat. Das ist also kein Kriterium dafür besser zu werden als andere. Für viel wichtiger halte ich eine generell gute Beobachtungsgabe, Geduld und Fleiß. Wer das hat braucht kein Studium um ein guter Comiczeichner zu werden.
Ich weiß zwar nicht wer für dich "die Großen" sind, aber ich denke nicht, dass eine realistische Chanceneinschätzung und ein danach gerichtetes Bewerbungsverhalten etwas damit zu tun haben, dass man sich "unterkriegen lässt". ö_ö Ich würde das eher effizientes Zeitmanagement nennen indem man erst dann seine Kraft investiert wenn es sich tatsächlich lohnt. Damit erspart man letztendlich auch den Verlagen Arbeit.
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25.07.2010 22:41 |
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Neolee
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mappensichtung war von carlsencomics, und ja eine detaillierte kritik war das wirklich nicht.
ich bin mir sehr sicher das nina werner schon einiges ihrem kunststudium bei ihren mangas zu verdanken hat und sie zum beispiel ist für mich so eine grosse die zeichnungen bzw ilus in ihrem portfolio sind einsame spitze finde ich und da hast du durchaus recht, das die verlage die anforderungen an die zeichneriche qualität sehr hochgeschraubt haben was eigentlich sehr schade ist, sachen von akira toriyama oder eichiro oda sind in japan ja auch alles andere als un erfolgreich, und da kann man auch über die qualität der zeichnungen streiten^^
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25.07.2010 22:54 |
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Noriko Amandola

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Hm, bei Carlsen war das also... ich hatte eigentlich schon den Eindruck, dass Carlsen seine Bewerber ernst nimmt. Von daher gehe ich davon aus, dass die Person mit der du gesprochen hast auf jeden Fall ein Redakteur war der auch grundsätzlich Ahnung hatte. Ich denke nicht, dass sie da einen Alibi-Menschen hingestellt haben der z.B. in Wirklichkeit lediglich Verkäufer am Stand war. Ob der Redakteur von seiner Ahnung dann im Gespräch auch Gebrauch gemacht hat ist natürlich nochmal ne andere Sache und für mich schwer zu sagen. XD
Das mit der knappen Zeit schreibt aber Carlsen z.B. selbst. Zitat: "Bewerben kann man sich prinzipiell immer für alle Formate, die wir anbieten. Dazu muss man uns aber nicht unbedingt auf der Messe treffen, auf der - selbst bei einer Mappensichtung - meist wenig Zeit bleibt."
Der Bewerberzustrom ist, grad bei den großen Verlagen, offenbar ein echtes Problem, egal ob schriftlich oder direkt auf einer Messe. Ich denke das kommt auch, weil sich viele einfach auf gut Glück bewerben ohne die Anforderungen der Verlage wirklich ernst zu nehmen, oder ohne eine direkte Veröffentlichung zu wollen. Aber natürlich möchten sie dann trotzdem eine Antwort haben. Und abgesehen von solchen Fällen, wollen halt inzwischen auch einfach viel mehr Leute als früher ihren eigenen Manga rausbringen.
Interessant, dass du grade Nina Werner als Beispiel nimmst, denn sie hat ihre einzigen Mangaveröffentlichung zu einer Zeit gehabt, als sie noch Schülerin war. Das Studium hatte auf ihren erschienenen Manga also gar keinen Einfluss.
Und seither hat man ja leider nichts in Comicform mehr von ihr gesehen. Aber wenn ich mir ihre alten und ihre neuen Illustrationen ansehe, bin ich mir sicher das sie zu den Leuten gehört, die auch ohne Studium das Level erreicht hätten das sie jetzt haben. Einfach weil gewisse Grundlagen schon vorher da waren.
Bei Toriyama und Oda kommt es darauf an was du genau meinst. Ich finde, dass die beiden auf jeden Fall hoch professionell arbeiten und gute Zeichner sind die ihr Handwerk beherrschen. Ich hab aber den Verdacht, dass du deinen Kommentar evtl. eher auf "schöne", mainstreamtauglich glattgebügelte Zeichnungen bezogen hast und deshalb meintest, dass man darüber streiten kann?
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Kappa Maki Anthologie beim Schwarzen Turm
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26.07.2010 17:22 |
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Neolee
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hm ja kann schon sein das ich den vergleich zum mainstream meine, aber für mich sehen manche sachen doch etwas seltsam aus, besonders in one piece scheint jede proportions regel in luft aufgelöst wenn da ein kugelrunder dicker mann mit streichholz armen und beinen steht wie zum beispiel er hier 
ich glaube würde man sich mit so einem zeichenstil bei einem deutschen verlag bewerben hätte man wirklich absolut keine chance, selbst wenn man vom vornerein sagt das es ein comedy manga werden soll.
echt nina war noch schülerin?
hab nur ihr perfection bild von damals gesehen(broschüre verlegt und im internet hab ichs nicht mehr gefunden heuul) und war sehr beeindruckt von ihrer farbkomposition bei den bildern.
heute ist sie in der lage mit photoshop wirklich foto realistische sachen zu malen, ich hab sie mal per mail gefragt ob und was sie für ein kunst studium genau macht, aber denke sie bekommt ziemlich viel post pro tag und da kann sie nicht jedem antworten.
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26.07.2010 19:38 |
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Neolee
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ich denke es reicht den verlägern schon wenn man die basics kann und einen festen ausgerreiften zeichenstil hat.
das richtig wichtigste ist sicherlich eine gute story und gute charaktere, wenn man damit die verläger überzeugt müssen die zeichnungen nicht mehr perfekt sein.
naja ist in japan jedenfalls so, wie es hier aussieht, keine ahnung, ich würd ja robert labs mal fragen, der ist ja lange genug im geschäft aber der ist iwie seit nem monat nicht mehr on gewesen.
übrigens mal kurz andres thema:
ich bin immer noch dafür das wir hier mal alle ein gemeinsames projekt starten, vielleicht ne kurze story, paar character designs, und jeder zeichnet dann eine seite und das ganze projekt wird dann hier hochgeladen, als foren internes projekt, also ich wäre auf jedenfall dabei
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Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Neolee: 26.07.2010 21:32.
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26.07.2010 21:29 |
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Noriko Amandola

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| Zitat: |
| aber für mich sehen manche sachen doch etwas seltsam aus, besonders in one piece scheint jede proportions regel in luft aufgelöst wenn da ein kugelrunder dicker mann mit streichholz armen und beinen steht |
Sowas ist doch ein wunderbares Beispiel für Abstraktion und Überzeichnung.
Auch wenn das vielleicht simpel aussieht, um solche Übertreibungen richtig zu beherrschen, müssen erstmal die Grundlagen richtig sitzen. Es ist wichtig die Regeln zu kennen, bevor man sich dann ein stimmiges System überlegen kann um sie zu brechen. Und das klappt bei Oda und Toriyama auf jeden Fall.
Es ist also ein Irrglaube etwas "gutes" müsste zwangsläufig super realistisch sein. Aber es darf, nur weil man abstrahiert, auch nicht komplett aus der Luft gegriffen sein. Man sieht einfach, ob die Erfahrung und das Gespür für das Spiel mit Proportionen vorhanden sind, oder ob jemand lediglich als Notlöung versucht alles übertrieben zu zeichnen, weil er es nicht anders kann.
| Zitat: |
hab nur ihr perfection bild von damals gesehen(broschüre verlegt und im internet hab ichs nicht mehr gefunden heuul) und war sehr beeindruckt von ihrer farbkomposition bei den bildern. |
"Perfection" ist sogar noch zwei Jahre früher gezeichnet worden als ihr eigentliches offizielles Werk "Jibun-Jishin". Bei "Perfection" war sie gerade mal 16.
| Zitat: |
| ich hab sie mal per mail gefragt ob und was sie für ein kunst studium genau macht, aber denke sie bekommt ziemlich viel post pro tag und da kann sie nicht jedem antworten. |
Laut ihrer Homepage studiert Nina Werner Kommunikationsdesign.
| Zitat: |
| das wirft jetzt ein völlig neues licht auf diesen thread und die gesamte theorie das die verlage top zeichnungen wollen wird dann doch etwas in frage gestellt |
Ich sehe die Theorie dadurch keinesfalls in Frage gestellt.
Zum einen sollte man bedenken, dass "Puppenkrise" schon allein dem Erscheinungsdatum nach mehr als zwei Jahre auf dem Buckel hat. Und da kann man gut nochmal ein weiteres Jahr draufsetzen, wenn es um die Frage geht in welcher Zeit das Projekt wahrscheinlich dem Verlag vorgestellt wurde. Das heißt man kann errechnen, dass sich René Scheibe ca. vor zweieinhalb bis drei Jahren beworben hat. Die Zeit damals kann man nicht automatisch mit den heutigen Bewerbungsansprüchen gleichsetzen, in drei Jahren kann sich einiges tun.
Zum anderen ist aber wie gesagt die Fähigkeit Proportionen gekonnt verzerren zu können durchaus etwas, dass keine zeichnerische Schwäche ist sondern gute zeichnerische Fähigkeiten zeigt. Und somit die Theorie nur dahingehend erweitert, dass es verschiedene Formen von "guten" Zeichnungen gibt.
Ich glaub bezüglich der Veröffentlichung in Japan ist da ein bisschen was an Informationen durcheinander gekommen. René Scheibe hat 2007 beim Manga Talente Wettbewerb den "Shonen Jump Sonderpreis" mit seiner Kurzgeschichte gewonnen. Inhalt diese Preises war es, dass der 16-Seiten Beitrag des Gewinners der Sonderkategorie in der "Akamaru Jump", einer Sonderausgabe der "Shonen Jump" in Japan, veröffentlicht wurde. Was dann auch geschehen ist. Der Einzelband "Puppenkrise" vom gleichen Zeichner ist hingen meinem Wissen nach nicht in Japan erschienen.
Wenn es um aktuelle Werke geht ist der naheliegenste Shonen-Titel meiner Meinung nach "Struwwelpeter: Die Rückkehr". Dort wir auch gern mit Übertreibungen gearbeitet, bei denen man zudem gut sehen kann, dass David Füleki einfach weiß was er macht und nicht mit den Formen rumeiert nur weil er's nicht besser hinbekommt.
| Zitat: |
das richtig wichtigste ist sicherlich eine gute story und gute charaktere, wenn man damit die verläger überzeugt müssen die zeichnungen nicht mehr perfekt sein. |
Ich persönlich würde nach wie vor sagen, dass die Zeichnungen wichtiger für den ersten Eindruck sind als die Geschichte. Die Mappe wird aufgeschlagen und was einem natürlich als allererstes entgegenspringt sind die Bilder. Wenn bereits in diesem Moment der Eindruck entsteht die Zeichnungen würden nicht ausreichen, wird man wahrscheinlich auch mit der Geschichte nicht mehr weiter kommen. Im Extremfall kommt der Redakteur aufgrund der Zeichnungen vielleicht auch gar nicht mehr bis zum Lesen der genauen Geschichte.
Das soll nicht heißen, dass die Geschichte insgesamt gesehen unwichtig wäre. Wenn die Geschichte schlecht ist, helfen auch die besten Zeichnungen nicht, aber ich denke die Bilder sind das erste was auffällt.
Das ist zwar in diesem Fall eine nicht komplett bestätigte Theorie, aber ich stell mir das Vorgehen bei den großen Verlagen so vor: Es gibt eine gewisse Untergrenze für die Zeichnungen die ein Bewerber mindestens erfüllen muss um überhaupt mit seiner Arbeit weiterzukommen. Erfüllt er diese Untergrenze, geht es weiter zur Geschichte. Erfüllt er sie nicht ist er an dem Punkt schon raus.
Je nachdem, ob der Zeichner gerade so die zeichnerischen Mindestanforderungen erfüllt oder schon gekonnter mit Bildern umgehen kann entscheidet sich die Wichtigkeit der Geschichte. Sind die Zeichnungen mittelmäßig, wird eine gute Geschichte wichtig sein um insgesamt noch überzeugen zu können. Umgekehrt reicht es für richtig gute Zeichnungen vielleicht wenn die Geschichte etwas mittelmäßiger ist.
In beiden Fällen muss aber auf jeden Fall ein bestimmtes Grundlevel vorhanden sein. Richtig grottige Zeichnungen werden durch eine sehr, sehr gute Geschichte wahrscheinlich nicht wieder ausreichend aufgewertet werden können. Und wenn eine Geschichte total wirrer Müll ist, helfen auch tolle Zeichnungen nicht mehr. Sobald einer der beiden Faktoren (Zeichnungen oder Geschichte) zu tief fällt war's das. Nur solange sie sich beide noch innerhalb des "OK"-Bereichs befinden können sie sich ausgleichen.
Insbesondere da sich eben so viele Leute bewerben und die Verlage wenig Zeit haben, halte ich es für wahrscheinlich, dass zuerst zeichnerisch sortiert wird, da das schneller geht. Die Geschichten liest man dann erst intensiver durch, wenn sich die Zahl der Bewerber schon ein bisschen ausgedünnt hat und sichergestellt wurde, dass sich das Anschauen der Geschichte überhaupt lohnt. Das wäre zumindest das, was ich in diesem Punkt für ein wahrscheinliches Vorgehen halte.
P.S.: Für das Geschichten-Gemeinschaftsprojekt könnt ihr gerne austesten ob sich genügend Leute finden lassen, indem ihr im Unterbereich für Forenaktionen zur Mitarbeit aufruft
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Kappa Maki Anthologie beim Schwarzen Turm
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26.07.2010 22:07 |
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Nephilie

Editor
   

Dabei seit: 10.03.2005
Beiträge: 104
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Ich kann Noriko eigentlich nur zustimmen mit dem was sie geschrieben hat.
Um z.B. überzeugende Übertreibungen zeichnen zu können, muss man wissen was dahintersteckt.
Ich erinner mich dran, mal ein Schaubild gesehen zu haben, in dem der Muskelaufbau eines echten Menschen mit dem der Figuren von Toriyama verglichen wurde. Bei Toriyama waren alle Muskeln da, nur anders in ihren Proportionen. Und sowas kann man wirklich nur machen wenn man genau weiß wie der Mensch unter seiner Haut funktioniert
Hätte man gar keine Ahnung welcher Muskel wo ist, kann man erstens ohnehin kaum muskelbepackte Charaktere zeichnen und noch weniger etwas an ihnen überzeichnen, oder es könnte am Ende sehr sehr peinlich aussehen, weil jeder merkt dass da etwas nciht stimmt.
Karikaturen sind ja auch ein gutes Beispiel für Übertreibungen. Da sitzt absolut jeder Strich, damit wir Merkel und Co. auch direkt erkennen. Und wir erkennen sie genau dadurch umso besser, weil eben nicht alles realistisch wiedergegeben wird, sondern weil Merkmale, die ohnehin schon hervorstechen, noch weiter betont werden.
Es mag auch Leute geben, die vllt. ein Gesicht zu 100% richtig abmalen können und trotzdem nicht verstehen, was dort bezüglich Muskeln und Knochen alles passiert. Diese Leute könnten also ganz böse versagen wenn sie etwas aus dem Gedächtnis heraus malen sollen.
Um wirklich gut zu sein, muss man verstehen was passiert. Dann spielt es keine Rolle, in welchem Stil man es umsetzt. Man kann übertreiben wie man will und trotzdem eine funktionierende und überzeugende Figur schaffen.
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27.07.2010 00:00 |
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